Going Global |
Zerstört uns das Streben nach Erfolg? |
| Von: Alex Criss |
© iStockphoto.com/Zuki Was bringt uns ein sechsstelliges Einkommen, ein angesehener Job und die Reputation für eine ethische Arbeitsweise am Ende des Tages? Manche sagen, diese Dinge bringen uns „näher an den Amerikanischen Traum”, andere sagen äher ans Grab.” Die meisten Amerikaner können es nicht verstehen, dass man Zeit über Geld stellt – insbesondere weil wir als eine Nation diese beiden Dinge als untereinander auswechselbar sehen. Daher ist das Sprichwort „Zeit ist Geld” Binsenweisheit. Ich werde diesen Vergleich nicht zum kapitalistischen Extrem bringen, nachdem es lautet „alles hat seinen Preis”, aber wir neigen dazu, alles mit einem Betrag zu versehen. Die Vereinigten Staaten haben das umfassendste Gesundheitspflegesystem und den größten Wohlstand in der Welt. Amerika ist die Quelle von nahezu jedem Gesundheitswahn, jeder Diäten-Welle, Leibesübung oder von jedem Fitnessvideo aus diesem und dem vorherigen Jahrhundert gewesen. Nichtsdestotrotz, ist unsere Lebenserwartung laut dem CIA Fact Book (https://www.cia.gov/cia/publications/factbook/index.html) zwei Jahre geringer als die der Schinken und Käse Liebenden, Wein zum Mittagessen Trinkenden, zwei Schachteln am Tag rauchenden Spanier. Wie kann das sein?!?...in einem Wort, Siesta. Eine kürzlich veröffentlichte 6 Jahre lange Griechische Studie von Dimitrios Trichopoulos von der Harvard School of Public Health und anderen Forschern besagt, dass Menschen, die mindestens dreimal pro Woche einen 30-minuetigen Mittagsschlaf einlegten, ein 37-prozentiges geringeres Risiko für herzbedingten Tod haben (http://in.news.yahoo.com/070213/43/6c1h1.html). Da Herzkrankheiten noch immer die Nummer eins Todesursache in den USA sind, verdient diese Studie unsere Aufmerksamkeit. Für diejenigen, denen der Begriff Siesta nicht geläufig ist, handelt es sich hierbei um eine Mittagsruhe, die auch gerne als „Mittagsschlaf” bezeichnet wird. Dennoch betrachte ich die Siesta als viel mehr. Sie ist nicht nur ein willkommener Helfer gegen Stress, sondern auch eine Darstellung von Lebensqualität, die etwas abliefert, was sogar wir Amerikaner wertvoll schätzen – messbare Ergebnisse. In anderen Worten, eine „Siesta” bietet Wert während der begrenzten Stunden in unseren Leben, anstelle ihnen lediglich ein Preisschildchen zu verpassen. Wenn wir von „schlechten Angewohnheiten”, wie Trinken oder dem faulen Mittagsschlaf sprechen, wann ist aus einem Glas Wein getrennt von einer guten Mahlzeit, einer Weinprobe oder einem Segeltrip auf einer Yacht, ein Zeichen von Alkoholismus geworden? Viele Studien illustrieren, dass zwei Gläser Wein am Tag für eine Person im mittleren Alter das Risiko eines Herzinfarkts um bis zu 30 bis 50% verringern können (http://www.healthcastle.com/redwine-heart.shtml). Dieselben Studien deuten an, dass Rotwein das gute Cholesterin, auch bekannt als HDL-Cholesterin, erhöht und das schlechte Cholesterin (auch LDL-Cholesterin) senken kann. Dieser „Götternektar” ist ebenfalls chemisch reich an Antioxidationsmitteln, die unserem Körper in unzähligen Hinsichten zu Gute kommen. Also, warum genau sollte ich jetzt nicht ein Glas Wein während meiner Mittagspause trinken? Falls es mich müde macht kann ich einfach einen kurzen Mittagsschlaf halten. Ich wäre bereit denselben Aufwand an Arbeit zu erledigen, länger im Büro zu bleiben oder sogar früher zur Arbeit zu kommen. Wenn man den Stress bedenkt, welcher die Renten der geburtenstarken Generationen auf die Kapazität der Pensionen, die Sozial– und Krankenversicherung, sowie auf den Gesundheitsdienst für Bedürftige haben, sollten Amerikanische Firmen, die Regierung, sowie die Gesundheitspflegeindustrie nicht jeden Gesundheitsvorteil in vollen Zügen ausnutzen? Anstatt nach weiteren Antworten zu suchen, müssen wir anfangen die Vermutungen zu hinterfragen, die wir bereits haben, wie beispielsweise unsere Definition von „Erfolg.” Ein 28-jähriger leitender Angestellter mit einem Audi, einer 140+ m2 großen Eigentumswohnung und einem MBA von einer angesehen Universität könnte das Amerikanische Vorbild für Erfolg sein. Wenn man jedoch genauer hinsieht, möge ein Beobachter eine noch nicht 30-jährige Person finden, die physisch, mental, sowie finanziell an ihrem Brechpunkt angekommen ist. 60 bis 80 Arbeitsstunden pro Woche zusammen mit einem Studentendarlehen in Höhe von $100,000 oder mehr, ungeheuerlichen Finanzierungszinsen für die Wohnung und das Auto plus einer Mentalität, eingestellt auf höhere Effizienz, Produktivität und/oder Ertrag, können ein Leben formen, dass sich lediglich durch Statistiken, Prozentsätze und Umsatz identifiziert. Nun lasst uns das Spanische Gegenstück zu diesem armen Arbeitstier betrachten. Zunächst sind die Studentendarlehen in Spanien nicht vorhanden, da Studenten dort nur bestimmte Klausuren bestehen müssen und nominal geringe Bearbeitungsgebühren bezahlen um auf der Universität zu studieren. Des Weiteren, sehen viele Amerikaner öffentliche Verkehrsmittel als temporäre Behausung für Landstreicher, illegale Einwanderer oder die unterste Stufe der Gesellschaftaber in Spanien (und in vielen Teilen der Welt) ist der öffentliche Nahverkehr nicht nur als das praktischste, sondern auch als das umweltfreundlichste/finanziell günstigste Mittel anerkannt, um Personen zu befördern. Mit dem Darlehen, den Auto– und Benzineinsparungen könnten wir nahezu $200.000 vom negativen Reinvermögen des vereiterten, Xanax-verschriebenen, 7 Red Bull am Tag trinkenden jungen leitenden Angestellten abklopfen. Nun zum Lebensstandard: Ein Spanier, der bis in seine 30er oder bis zur Hochzeit noch bei seinen Eltern wohnt, wird kaum (oder überhaupt nicht) zum sozialen Gespött. Unser Spanischer Freund wird zwar nicht so viel Geld verdienen, aber er wird Zugang zu dieser schwer zu fassenden und magischen Kreatur namens „nationaler Gesundheitspflege” haben, welche mehr als ausreichend für die meisten Probleme der Menschen ist. Zählt man die automatischen vier Wochen bezahlten Urlaub im Jahr hinzu, so erhält man eine intakte Formel um Stress zu vermeiden. Dies ist nicht so für Amerikaner, die in dem Land arbeiten, dass dafür bekannt ist, dass es die wenigsten Urlaubstage hat. Dem Amerikanischen Amt für Arbeitsstatistiken (U.S. Bureau of Labor Statistics, http://data.bls.gov/cgi-bin/surveymost) zufolge, haben lediglich 77 Prozent der Amerikaner Zugang zu bezahltem Urlaub, mit einer durchschnittlichen jährlichen Abwesenheitszeit von zwei Wochen oder weniger (http://data.bls.gov/cgi-bin/surveymost). Nun lasst uns den Vergleich zusammenfassen. Wer hat das bessere Leben – der Amerikaner mit dem immensen Einkommen, der riesigen Wohnung, bekannt als hohes Tier, den dazugehörigen Darlehensschulden, Stress, Herzleiden und steigendem Mangel an jeglichen nicht-quantitativen Denkprozessen oder der Spanier mit wenig Stress, ohne schwungvolle Bude, mit kostenloser Gesundheitspflege, der die öffentlichen Verkehrsmittel nutzt, viel Urlaub nimmt und Mittagsschläfchen hält? Wenn manche immer noch nach der Antwort suchen, dann haben sie nicht sorgfältig genug gelesen. Da ich keiner kulturellen Eliteeinheit angehöre, die sagen würde, dass Spanien komplett richtig liegt und die USA total falsch, denke ich, dass die Antwort im Besten von beiden Welten liegt. Mehr Amerikaner sollten öffentliche Verkehrsmittel nutzen, was zu geringeren staatlichen und zivilen Zuschüssen führen würde und zu Verkehrssystemen, die mit vielen Europäischen Städten (welche dort hervorragend sind) rivalisieren könnten. Das Ergebnis einer höheren Nutzung von öffentlichem Nahverkehr wäre weniger Ausschuss von auf fossilem Brennstoff basierenden Kohlenstoff-Abgasen und jährliche private Einsparungen von Leasingraten, Bremsbelägen und Versicherungsbeiträgen bis hin zu Benzin. Im Endeffekt muss das Stresslevel des Amerikanischen Durchschnittsarbeiters reduziert werden. Ob es durch Mittagsschlaf geschieht, durch Wein zum Mittagessen, vorgeschriebene Urlaubszeit oder einer verordneten Pausenstunde, wir, als eine Nation, müssen uns „entspannen” oder wir werden gemeinsam „ausflippen” und mehr Mengen an Antidepressiva und Stunden auf der Couch des Psychiaters benötigen, als die freie Welt bereitstellen kann. Wenn wir über medizinische Dinge reden und über unsere Verantwortung eine angemessene Lebensqualität für jeden Amerikaner zu sichern, dann ist Privatversicherung großartig und jeder der es sich leisten kann, sollte diesen Vorteil voll ausschöpfen. Allerdings erhält gemäß dem Amerikanischen Amt für Arbeiterstatistiken (http://data.bls.gov/cgi-bin/surveymost) fast die Hälfte der Amerikanischen Arbeiter (48 Prozent) keine medizinische Unterstützung von ihrem Arbeitgeber. Dieser Mangel an angemessener Deckung von Gesundheitspflege bereitet Amerikanischen Familien außerordentlichen Kummer. Jeder Mensch hat ein grundlegendes Recht auf ordentliche ärztliche Behandlung ohne Angst haben zu müssen sein Zuhause oder Schlimmeres zu verlieren. Es ist daher Zeit, dass wir, als eine Nation, einen Weg finden dies zu gewährleisten. |
