Center für ein Besseres Leben: Eine Erde. Eine Familie. Lebe Besser. Seien Sie ein Teil davon.

HOME

ÜBER UNS

LIVEBETTER
MAGAZIN

AUSGABE 5
AUSGABE 4
AUSGABE 3
AUSGABE 2
AUSGABE 1

NACHHALTIGE
LÖNSUGEN


Titelthema


Katrina und die IPET: Die Wahrheit über die Tragödie verstehen lernen

Hurricane Katrina will be remembered as an unparalleled national disaster...

© iStockphoto.com/Imaginewithme

Katrina wird als noch nie da gewesenes nationales Desaster in Erinnerung bleiben; nicht nur weil es laut der „National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA)” Amerikas „teuerste Naturkatastrophe der Geschichte ($133,8 Milliarden Schaden) mit der höchsten Todeszahl seit 1928 (ca. 1833 Tote)” ist, sondern auch wegen der unvorhergesehenen Zerstörung von New Orleans, den anschließenden Schuldzuschiebungen und der Sensationsmacherei der Medien. Die Berichtsungenauigkeiten der Medien über das Ereignis, die die Leiden einer Nation verewigten, hindern immer noch einige Leute davor, die Wahrheit über die Tragödie zu verstehen. Es ist schwer zu wissen, ob die kontinuierliche Fehlinformation ein Nebenprodukt von Machtspielen, politischen Agenden oder schlechter Beurteilung war. Möglicherweise war es eine Konsequenz des Bedürfnisses seitens der Amerikanischen Öffentlichkeit, die Schuld jemandem oder einer Behörde zuzuweisen und sich dadurch sicherer zu fühlen. Wie konnte so etwas schließlich in Amerika geschehen? Glücklicherweise ist es möglich zu verstehen was passiert ist, nachdem man die letzten Versionen des im Juni 2008 veröffentlichten Berichts der „Interagency Performance Evaluation Task Force (IPET)” gelesen hat.

Der pensionierte Generalleutnant (GL) Carl A. Strock arbeitete zusammen mit Generalmajor Don T. Riley und Donald Basham vom „U.S. Army Corps of Engineers (USACE)” an einem Mechanismus, der laut Strock „ . . . glaubwürdige und objektive wissenschaftliche Antworten auf grundlegende Fragen über die Leistung des Hurrikanschutz– und Flutschadenreduktionssystems im Stadtbezirk von New Orleans vermittelt.” Am 10. Oktober 2005 verkündete Strock offiziell die IPET und ernannte Dr. Lewis E. (Ed) Link, Professor an der University of Maryland, zum Direktor.

„Ich hatte absolute Freiheit, das zu tun, was ich als im besten Interesse der Öffentlichkeit empfand; und ich glaube deswegen machte es mir nichts aus, dass das Projekt, das eigentlich für nur 9 Monate aufgesetzt war, schließlich zu einem dreijährigen Unterfangen wurde. Es war befriedigend an etwas mit dieser Größe und Bedeutung zu arbeiten, zusammen mit so vielen Leuten, die einfach unglaublich engagiert sind und das Richtige tun wollen. Und das war erstaunlich”, kommentierte Link, als er dabei war, seine Unterschrift unter den finalen Bericht zu setzen.


IPET continues to be more than a groundbreaking forensic study of Katrina-related events.

© U.S. Navy foto

Die IPET und ihre einzigartigen Dimensionen

Die IPET ist mehr als eine bahnbrechende forensische Studie über die Ereignisse im Zusammenhang mit Katrina. Die Task-Force begann als Untersuchungsteam mit einer zweiteiligen Mission: Zunächst musste sie feststellen was mit den Strukturen passiert war, die Teil des „Hurricane Protection System (HPS)” (Hurrikanschutzsystem) waren und warum es überhaupt passierte, um im Nachhinein durch Reparaturen und Wiederaufbauten nicht wieder Schwachstellen in das System einzuführen. Zweitens brachte das Team dieses Wissen in die laufenden Reparaturen ein, die vor der nächsten Hurrikansaison nach Katrina (1. Juni 2006) fertig gestellt sein sollten. Außerdem diente dieses Wissen als Basis für die Entwicklung widerstandsfähigerer und höherer Schutzlevel in der Zukunft. Die Task-Force beendete ihre Arbeiten mit einem Wissensschatz, der die Ingenieursaktivitäten revolutioniert und solch Dinge wie „Risiko” und „Risikominderung” in alle Aspekte der Praxis und Weiterbildung einbringt, insbesondere für das Ingenieurskorps der Armee.

„Wir begannen mit dem Aufbau der Analyse und was ihre Hauptteile sein sollten . . . dann entschieden wir uns für eine Bauweise, die sich in den 10 Teams der IPET widerspiegelt. Uns war klar, dass wir vom besten Wissen und der besten Expertise innerhalb des Korps profitieren mussten, aber wir brauchten auch ein objektives und offenes Umfeld. Wir lösten das, indem wir für jedes der 10 Teams einen zweiten Führer (Co-Leader), der als externer Leiter galt, auswählten. Wir hatten Leute wie Dr. Mike Duncan von der Virginia Tech University, der landesweit als geotechnischer Ingenieur bekannt ist. Daneben hatte jedes Team einen Leiter vom USACE für die strukturelle Analyse wie beispielsweise Dr. Reed Mosher. Mike und Reed waren die Co-Leader für die Performanceanalyse. Jedes Team konzentrierte sich auf einen einzigartigen Aspekt der Untersuchung. Dadurch hatten wir im Endeffekt mehr als 300 Leute in der IPET . . . und wahrscheinlich mehr als die Hälfte aus der Industrie und den Hochschulen. Außerdem war die Glaubwürdigkeit von dem was wir taten klar und offen: Wir installierten vom ersten Tag an eine Internetseite (https://ITEP.wes.army.mil) und bildeten unsere Vorhaben darauf ab. Gleichzeitig gab es – unter Anleitung des Verteidigungsministeriums und des Korps – unabhängige Prüfungsgremien aus landesweiten Experten, die durch die „American Society of Civil Engineers (ASCE)” und das „National Research Council (NRC)” eingerichtet wurden. Und während des gesamten Prozesses stellten wir weiterhin alle zuverlässigen Informationen auf diese öffentliche Website, sodass jeder sie sehen und lesen konnte. Jedes Mal wenn wir eine Besprechung oder ein Treffen mit der ASCE oder dem NRC hatten, war es ein öffentliches und die Medien waren inbegriffen”, erklärte Link als er die Details über die IPET beschrieb.

Aufgrund des vorherrschenden Grads an Offenheit, Transparenz und Objektivität, waren Link und andere IPET Teammitglieder enttäuscht über vieles was in den etablierten Medien dargestellt wurde. „Ich denke es gab viele Ungenauigkeiten bezüglich der Dinge, die die Medien berichteten. Manches war einfach auf das Spektakel gerichtet. Es gab viele, die nach Bösewichten Ausschau hielten und viele, die, wie man erwarten würde, sehr schmerzlich und erzürnt waren mit dem was in New Orleans passiert war; das ist natürlich verständlich. Die Fachpresse schien mehr über die Praxis von Naturkatastrophen Bescheid gewusst zu haben, also gab es in ihren Berichten weniger Sensationsgier. Die Tagespresse tat sich dabei hingegen schwer. Ich denke teilweise lag es daran, dass Katrina so ein komplexes Thema war und die Leute außer sich waren”, erinnerte sich Link.


When the IPET team first appeared in New Orleans, they were staggered to see the level of flooding and destruction that had occurred in both economic and human terms.

© U.S. Navy foto

Die Lösung eines komplexen Rätsels

Als das IPET Team zuerst in New Orleans auftauchte war es über den Grad an Überflutungen und Zerstörungen erstaunt, sowohl wirtschaftlich als auch menschlich gesehen. Von Anfang an war klar, dass es auch unerwartete Dimensionen bei der Tragödie gab. Link meinte: „Das war kein kleiner Sturm; das ist sehr viel komplexer als was die Medien zu Beginn berichteten. Die alleinige Größe des HPS – 350 Meilen an Bauten, all die Pumpstationen, hunderte andere Besonderheiten wie Übergänge von einer Struktur auf die andere und all die Tore und Zugänge, die in diesen Bauten vorkommen, um Wasser ein– und aus zu lassen – deutete auf die Komplexität des Problems und den Versuch das Rätsel zu lösen, zu entschlüsseln und heraus zu finden was genau passiert war.”

Durch diesen Schwierigkeitslevel war klar, dass jede Bemühung der Teams, finale Ergebnisse abzuleiten, beträchtliche Zeit in Anspruch nehmen würde. Aber sie konnten nicht warten. Also erarbeiteten sie ein System, wobei alle zehn Teams gleichzeitig arbeiten konnten, obwohl die Daten eines jeden Teams für die Analyse des anderen Teams kritisch waren. Link sagte, dass die Gruppen diese erstaunliche Aufgabe meisterten, indem sie „die Prozesse wiederholten. Zum Beispiel würde jedes Team seine beste Schätzung abgeben über die Daten an denen Teammitglieder gerade arbeiteten. Wir würden bis zu einem bestimmten Punkt durch die gesamte Analyse gehen, indem wir die besten uns vorliegenden Daten verwendeten, die Daten integrierten, um dann zu sehen, ob wir brauchbare Ergebnisse erzielt hatten. Dann würden alle einen weiteren Schritt gehen. Und wir würden nochmal durch die gesamte Analyse gehen, sodass alle Teams den Prozess wiederholten, individuell, aber irgendwie doch zusammen. Das externe Prüfungsgremium der ASCE spielte bei unserer Fähigkeit, die Reparaturen zu beeinflussen, eine große Rolle. Es prüfte dauerhaft die Pläne, Prozesse, Zwischenergebnisse und Zwischenbefunde des IPET, um Vertrauen bei der Übergabe von Befunden an die Task-Force-Beschützer aufzubauen, die beim Reparaturprozess mitwirkten. Wir hatten in der Tat 20 Leute als Task-Force-Beschützer integriert in den IPET Teams. Wenn diese Leute für die Reparatur kritische Daten sahen, konnten sie die Daten einfach aufnehmen und rennen.”


The major flooding component in New Orleans, according to Link and the IPET, was the overtopping of earth levees, which caused substantial breaching.

© iStockphoto.com/ParkerDeen

Das Aufdecken der Gründe für die Überflutungen

Link und der IPET zufolge war die größte Komponente der Überflutung das Überschwappen der Erddeiche, das enorme Brüche zur Folge hatte. Und diese Brüche fanden statt, weil in manchen Fällen die Brandung und Wellen Wasserlevel von 5-10 Fuß über den Deichen erreichten, die dann die Masse von der Hinterseite abgetragen haben und nicht von vorne. Das größte Konstruktionsproblem in diesem Zusammenhang war die Schwäche der „I-walls” (relativ dünne Flutwände). Bei vier von den Brüchen – einer beim Kanal an der 17th Street, zwei am Kanal der London Avenue und einer am inneren Hafenkanal neben dem Lower 9th Ward – versagten die „I-walls” aufgrund eines Designfehlers, der eine Krümmung der Wand zur Folge hatte und dadurch hoher Wasserdruck an das Fundament gelang. Das Versagen der vier „I-walls” war für einen Großteil des Wassers verantwortlich, das die Gebiete von New Orleans und das Lower 9th flutete, aber die anderen 50 Brüche der Flutwälle (insgesamt 54 an der Zahl; 4 durch Designfehler) wurden durch Überströmungen verursacht. Von den 350 Meilen an HPS Strukturen konnte das Korps schließlich 220 Meilen reparieren und aufbessern.

Das Originaldesign des HPS und die vielen Überströmungen sind wesentlich miteinander verknüpft. Anhand der bestverfügbaren Wissenschaft und dem akzeptierten Vorgehen im Jahr 1965, entwickelte das Korps das originale Design. Leider änderte sich in der Zeit bis zu den 1970ern die Klimatologie dramatisch, als die NOAA die Hurrikanbedrohung nach oben stufte. Mit diesen veränderten Informationen, erklärte Link, entschied das Korps, dass es sich nicht leisten könnte, „zurück zu gehen und alles noch mal zu machen, was es damals aufgrund dieser neuen Hurrikanbedrohung installiert hatte.” (Für weitere Informationen verweisen wir auf folgenden Bericht in der HPDC des USACE: Decision-Making Chronology for the Lake Pontchartrain & Vicinity Hurricane Protection Project, Final Report March 2008) „Ein Teil dieser Entscheidung war darauf zurück zu führen, dass das Finanzierungs– und Autorisierungs–„System” nicht gut auf Veränderungen reagiert. Anders gesagt gab es vom Kongress keine Erlaubnis, für die Erhöhung der Deiche Geld auszugeben, um auf diese erhöhte Hurrikanbedrohung zu antworten. Ich denke die Argumentation des Korps bestand darin, dass es besser war etwas zu haben statt gar nichts. Die Idee war es, nach vorne zu schauen und etwas zu konstruieren – nämlich das was sie bereits hatten und auch genehmigt war, um anschließend nach der Erlaubnis für eine Erhöhung der Deiche zu streben – anstatt alles einzustellen und abzuwarten was passiert.”

Die andere große Frage war die Höhe der Strukturen. Das Korps realisierte in den 1980ern einen lokalen Erhebungsdatenfehler, woraufhin manche Bauten zwei Fuß zu klein gebaut wurden. Der HPDC Bericht sprach diesen Punkt an, jedoch erklärte Link in leicht verständlichen Worten, dass man „nicht einfach hingeht und zwei Fuß mehr auf eine Flutmauer baut.” Also ging es hier um einen weiteren kontroversen Fall. Wir haben nun eine schlimmere Hurrikanbedrohung, mit der sich nicht auseinander gesetzt wurde und Fehler bei der Höhenberechnung, die ignoriert werden – die bewusst ignoriert werden – weil die Entscheidung getroffen wurde, sich nach vorne zu richten und ein komplettes System zu errichten und dann erst zurück zu gehen und es gerade zu biegen.

Ein weiteres großes Problem war und ist immer noch die signifikante Absenkung oder Tieflage des Gebiets aufgrund natürlicher Prozesse und Landnutzungsentscheidungen. „Wenn man auf organischem Grund baut und diesen dann trocken legt und sehr viel Grundwasser unter einem Gebiet wie New Orleans auspumpt, wird er absinken. Viele Teile innerhalb der Stadt, die nun ordentlich unterhalb des Meeresspiegels liegen, waren mal Marschland, das ungefähr auf Meereshöhe oder darüber lag. Aber die Entwicklung und das Abpumpen von Grundwasser von unten her, um die Stadt trocken zu halten, haben zur Absenkung geführt. Zusammen mit dem generellen Absinken der Landschaft sind auch die Deiche mit abgesunken. Alles bewegt sich nach unten. Karten, die im IPET Bericht veröffentlicht wurden, zeigen, dass manche Strukturen nun mehr als zwei Fuß unterhalb ihrer autorisierten Höhe liegen. Das Abpumpen von Grundwasser und die Entwicklung von Sümpfen ist kein natürlicher Prozess. Die ganze Region senkt sich jedes Jahrhundert um zwischen 15 und 30 Zentimetern ab. Doch diese menschlich induzierte Absenkung – zusätzlich zur regional bedingten Absenkung – ist sehr viel schneller. Wenn man alles zusammen addiert, gelangt man zu einem großen Desaster”, erklärte Link.

Ein zusätzlicher unvorhergesehener und signifikanter Faktor war die massive Wucht von Katrina. „Die vielleicht unerhörteste Falschauffassung in den Medien war, dass Katrina ein kleiner Sturm gewesen sei. Das war unglücklich, da es die Leute auf eine falsche Fährte lockte und sie die Herausforderung nicht verstanden, die Katrina uns stellte. Auf der östlichen Seite von New Orleans schuf Katrina eine Brandung und Wellen, die größer waren als alles was Nordamerika je gesehen hatte (8,5m hohe Sturmbrandung; mehr als 16m hohe Wellen). Es war enorm. Das Problem ist, dass die Saffir-Simpson-Skala (wird normalerweise bei Wettervorhersagen für Stürme verwendet) sehr bedürftige Schätzungen für Brandung wiedergibt. Es ist eine Kombination aus Intensität und physischer Größe des Sturms, die die Brandung ausmacht. Und das war eines der Hauptergebnisse aus dieser Analyse. Es gibt nun ein Komitee der „National Academy of Sciences”, das derzeit darüber berät wie genau man eine bessere Schätzung über die Intensität oder Härte von Hurrikans abgeben kann”, sagte Link.


Back in 1965, when the HPS was originally designed, engineers thought they knew what the hurricane threat was, and they used the best science available.

© iStockphoto.com/joeynick

Der Umgang mit dynamischen Veränderungen

Als das HPS im Jahr 1965 entworfen wurde, dachten die Ingenieure sie würden die Hurrikanbedrohung kennen und verwendeten die damals bestvorhandene Wissenschaft. „Nun schauen wir über 50 Jahre zurück und sagen ,Oh Mann, ihr habt euch wirklich getäuscht’; aber nicht weil sie Dummköpfe waren. Sie hatten einfach nicht den Vorteil von aktualisiertem Verständnis über das Hurrikanklima und so weiter. Man lernt andauernd etwas Neues. Zum Beispiel haben wir gelernt, dass das NOAA neue Informationen über die erhöhte Hurrikanbedrohung veröffentlicht hat. Dann wurde der Messfehler bei der Höhe der Deiche entdeckt; und wahrscheinlich hätte man mit den neuen Technologien das Ausmaß der Absenkung, den Grad der Absenkung und den Zustand der Strukturen auch besser schätzen können als vor 50 Jahren.”

„Doch das reale Problem liegt darin, wie man mit den derzeitigen Autorisierungs–, Finanzierungs– und Durchführungsprozeduren von Wasserprojekten umgeht. Das System ist nicht sehr agil und es ist sehr schwer sich mit dynamischen Dingen auseinander zu setzen, die große Veränderungen zur Folge haben können. Noch herausfordernder ist es, das Geld für die notwendigen Veränderungen zu beschaffen. Wenn man sich die Finanzierungshistorie von Projekten für das HPS in New Orleans vor Augen führt, dann bemerkt man, dass in den letzten beiden Jahrzehnten nicht sehr viele Mittel dafür aufgebracht wurden im Vergleich zu den ursprünglichen Finanzierungsbedürfnissen des Projekts. Manches davon lag an Kostensteigerungen, Inflation und so weiter. Aber der HPDC Bericht zeigt, dass die tatsächlichen Kosten viel damit zu tun haben wie das System heute aussieht. Lokale Organisationen mussten 30% der Kosten tragen und waren mit der Beschaffung dieser Mittel bereits teilweise überfordert. Das wurde zum Ausschlag für das letztendliche Design und die Fläche des HPS”, erklärte Link.

Jedoch ein anderer ernster Punkt liegt beim Missverständnis der Leute wegen der Terminologie. Beispielsweise bedeutet ein „Jahrhundertsturm” nicht, dass ein Sturm einer bestimmten Größe nur einmal in hundert Jahren auftritt. Es bedeutet, dass so ein Ereignis eine 25%ige Wahrscheinlichkeit trägt, einmal während einer 30-jährigen Hypothek einzutreten oder aber eine 1%ige Möglichkeit, jedes Jahr vorzukommen. In Bezug auf das Verständnis eines „ 100-jährigen Schutzlevels”, bleibt die Bedeutung dieselbe. Hausbesitzer müssen realisieren, dass sie eine Chance von 1 zu 4 haben, dass ihr Haus innerhalb der Laufzeit ihrer 30-jährigen Hypothek geflutet wird. Diese Chancen sind nicht gut, insbesondere wenn Menschenleben auf dem Spiel stehen. Dasselbe Ereignis hat eine 54%ige Eintrittswahrscheinlichkeit über eine Dauer von 78 Jahren (durchschnittliche Lebenserwartung in den USA). Über 100 Jahre stehen die Chancen bei 63%. „Wenn Sie solche Statistiken für den Tod bei einem Autounfall hätten, würden sie nicht in ein Auto steigen”, fügte Link hinzu.

Das Korps ist derzeit durch den Kongress ermächtigt, ein 100-jähriges Schutzlevel beim Wiederaufbau des HPS zu erreichen und zwar im Rahmen einer mehr als $15 Milliarden schweren Investition unter konservativer Einbeziehung von potenziellen Einwirkungen durch Klimawandel, Meeresspiegelanstieg, Landabsenkung und schlimmer werdenden Stürmen, um ein zusätzliches Schutzlevel in das System zu integrieren. Die „Louisiana Coastal Protection and Restoration” Studie (LACPR), ein Projekt des USACE in Kooperation mit dem Staat Louisiana, schaut nach vernünftigen Möglichkeiten, um zukünftig sogar noch mehr Schutz bieten zu können. Link meinte: „Das Idealbild wäre, wenn die Feuchtgebiete und Deiche zusammen arbeiten würden. Das ist nicht immer möglich, aber es wäre ideal. Wenn wir in praktischer Weise höhere Schutzlevel schaffen wollen, muss es durch eine Kombination aus der natürlichen Umwelt und physischen Strukturen geschehen.”

When the 100-year structures are in place, New Orleans will have the best actual physical risk reduction measures it has ever had.

© iStockphoto.com/joeynick

„Wenn die 100-Jahre Strukturen (geplante Fertigstellung bis zum Jahr 2011) installiert sind, wird New Orleans seine bisher besten Risikominderungs-Maßnahmen haben. Aber dennoch werden sie für sehr starke Stürme anfällig sein. Fazit: Diese Stadt wird im Land die einzige sein, die eine rigorose Risikobewertung hat. Dieser große Vorteil erlaubt schlauere Entscheidungen für Neuentwicklungen und Sanierungen, sowie ein besseres Management des zukünftigen Hurrikanrisikos. Methoden, die für New Orleans entwickelt wurden, finden überall Anwendung und müssen weiterentwickelt und verbessert werden, um effektive Entscheidungshilfen für den Schutz anderer Menschen und Städte zu bieten”, erklärte Link.

„Die IPET Ergebnisse basieren auf einem vergangenen Ereignis – Katrina – aber sie bieten einen wichtigen Blick in die Zukunft. Zu oft optimieren wir anhand von unmittelbaren Kosten und akzeptieren kurzweilige Vorteile an Stelle von langfristigen Lösungen. Dies ist eine landesweite Kulturkrankheit, die nur behoben werden kann, wenn die Öffentlichkeit nach einer Veränderung in der Politik verlangt. Es gibt eine ganze Masse an neuem Wissen, die aus den IPET Ergebnissen resultiert und die wir jetzt gerade erst angefangen haben zu nutzen; und wir müssen sie weiterhin anwenden; wir müssen von ihnen lernen und sie weiter wachsen lassen. Das ist wirklich extrem wichtig, also müssen wir den Impuls weiterführen. Wir können ihn nicht abschwächen lassen”, erklärte Link, der nach vorne schaut zu einem besseren und sichereren Amerika – dank seiner IPET Teammitglieder.


Ähnliche Beiträge:
  • National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA)
  • United State’s Army Corps of Engineers (USACE)
  • National Research Council (NRC)
  • USACE Task Force Guardian

Wir begrüßen Ihre Kommentare und Kritik. Bitte teilen Sie uns mit, was Sie über diesen Artikel denken.

 
Home  |  Über uns  |  Kontaktinformationen  |  Partnerinformationen  |  Datenschutzrichtlinie  |  Site Map English  |  Español  |  Deutsch


Hintergrund Vergleich von Robert Glenn Ketchum. Zum Kauf eines Drucks oder für mehr Informationen, gehen Sie auf www.robertglennketchum.com.


©2010 Forest Partners, LLC • 2402 Independence Rd., Independence, WV 26374 • Tel. 304-892-3811